Häufige Fragen zu Autismus

Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden – verständlich formuliert und von Menschen im autistischen Spektrum mitbeantwortet.

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Fragen & Antworten

So beantworten wir Ihre Fragen

Hier finden Sie unsere Antworten auf einige Fragen, die zum Thema „Autismus“ gestellt werden. Die Fragen wurden von Menschen im autistischen Spektrum beantwortet. Bei der Beantwortung versuchen wir auf eine möglichst einfache Sprache zu achten, damit die Texte auch von noch jüngeren Betroffenen verstanden werden können. Sollten Sie weitere und ausführlichere Informationen zu bestimmten Themen suchen, schauen Sie doch einmal in unsere Literatur- und Filmtipps.

Wenn Sie Ihre Frage hier noch nicht beantwortet finden, dürfen Sie uns diese gerne als Vorschlag für diese Liste senden.

Ihre Fragen, kurz beantwortet

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Nein. Autismus ist eine andere Art der Wahrnehmung, Reizverarbeitung und des Denkens. Eine Person im autistischen Spektrum bleibt eine Person im autistischen Spektrum. Die Herausforderungen, die sich Menschen im autistischen Spektrum im Alltag stellen, können aber zunehmend besser gemeistert werden, wenn das soziale Umfeld, die Gesellschaft, Betroffene und nicht Betroffene gemeinsam nach Lösungen suchen, die allen Menschen eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ermöglichen.

Nein. Autismus ist keine Krankheit, sondern eine andere Art der Wahrnehmung, Reizverarbeitung und des Denkens, mit der Menschen im autistischen Spektrum schon geboren werden. Man kann sich ja auch nicht mit blauen Augen, blonden Haaren oder einer bestimmten Schuhgröße anstecken.

Die Wissenschaft geht inzwischen davon aus, dass Autismus zu einem großen Teil vererbt wird. Oft stellen Eltern, deren Kind/Kinder die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung erhalten haben, fest, dass sie selbst oder andere Familienangehörige auch „im Spektrum“ sein könnten.

Nein. Auch wenn dies immer wieder als Behauptung auftaucht, gibt es bisher keinerlei wissenschaftliche Beweise dafür. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dies im Sommer 2026 noch einmal betont.

Einige Menschen im autistischen Spektrum bekommen gesagt, dass man ihnen ihre Herausforderungen und Probleme ja gar nicht anmerken würde und sie deshalb vielleicht auch gar nicht im autistischen Spektrum sind. Menschen im autistischen Spektrum können jedoch unter großem Energie- und Kraftaufwand zeitweise verstecken, dass sie z.B. gerade reizüberflutet oder anderweitig belastet sind. Das nennt man Masking. Masking ist enorm anstrengend und kann sogar krank machen.

Das Gehirn von Menschen im autistischen Spektrum kann Reize nicht so gut danach filtern, was gerade wichtig und was unwichtig ist. Treffen zu viele Reize ungefiltert auf das Gehirn ein, kann es zu einer Reizüberflutung kommen. Dann ist einfach alles zu viel. Das bezeichnet man mit dem englischen Begriff „Overload“, also „Überladung“. Menschen im autistischen Spektrum brauchen dann oft dringend einen reizarmen Rückzugsort, an dem sie sich erholen können.

Bei einem Meltdown ist die Verzweiflung über eine Reizüberflutung so groß, dass Menschen im autistischen Spektrum herausforderndes Verhalten zeigen können. Auch wenn dann manchmal laut geschrien oder geflucht wird, Gegenstände geworfen werden oder Betroffene einfach wegrennen, ist es wichtig zu verstehen, dass dies einzig dem Versuch dient, der Reizüberflutung zu entkommen und nicht etwa böse gemeint ist und jemanden ärgern soll. Meltdown ist ein englisches Wort, man kann es mit „Zusammenbruch“ übersetzen.

Shutdown ist Englisch und bedeutet „Abschaltung“. Manchmal sind Menschen im autistischen Spektrum so stark überlastet und die Reizüberflutung ist so groß, dass gar nichts mehr geht. Betroffene können dann häufig weder reden noch sich bewegen und benötigen viel Ruhe und Verständnis.

Mit dem Begriff Stimming werden sich wiederholende, selbstregulierende Bewegungen, Geräusche oder Handlungen beschrieben. Das Wort Stimming ist ein Kurzwort für das englische self-stimulatory behavior, was man mit „selbststimulierendem Verhalten“ übersetzen kann. Menschen im autistischen Spektrum können ihre Gefühle, Gedanken oder Sinneseindrücke dadurch teilweise regulieren und Stress abbauen. So kann mit Reizüberflutung manchmal besser umgegangen werden. Übrigens „stimmen“ auch neurotypische Menschen. So kann man z.B. Menschen, die nicht im autistischen Spektrum sind, häufig dabei beobachten, wie sie Ihre Nervosität durch Wippen mit dem Bein abbauen. Im Autismus-Kompetenz-Zentrum befindet sich in jedem Raum ein Körbchen mit Stimming-Toys, die dazu einladen, sie zu kneten, zu zupfen und in Bewegung zu bringen.

Weil es ein breites Spektrum von Erscheinungsformen, Beeinträchtigungen und Herausforderungen gibt. Menschen im autistischen Spektrum gibt es von besonders sprachgewandt bis nicht sprechend, von zurückhaltend bis kontaktfreudig, von hohem Unterstützungsbedarf bis völlig selbstständig, von breit gefächerten bis sehr spezialisierten Interessen.

Eine Autismustherapie gibt Menschen im autistischen Spektrum die Möglichkeit, mit einer erfahrenen Fachkraft daran zu arbeiten, dass sie am Leben in der Gesellschaft teilhaben können. Das bedeutet auch, dass in einer Autismustherapie daran gearbeitet wird, wie das soziale Umfeld (Eltern, Bezugspersonen, Schule) über Besonderheiten und Herausforderungen informiert werden kann und alle gemeinsam daran arbeiten können, dass es Menschen im autistischen Spektrum leichter fällt.

Das kommt immer auf die Lehrperson an. Einige Lehrer:innen wissen schon sehr viel über Autismus, andere wissen noch zu wenig. Da jede Person im autistischen Spektrum individuelle Bedürfnisse und Herausforderungen hat, ist es vor allem auch wichtig, dass eine Lehrperson ihre Schüler:innen im autistischen Spektrum gut kennt. In einer Autismustherapie kann gemeinsam daran gearbeitet werden, dass Lehrer:innen die Herausforderungen der Klient:innen verstehen und alle beteiligten Personen gemeinsam Lösungen erarbeiten.